Berlin, 14. Oktober 1837 — an einem Nachmittag an drei Empfänger geschrieben
Größtes Erstaunen u. Gesicht [Schmunzeln?], [wer steht dort?]. Berlin 14 October 1837
Bis jetzt, 4 Uhr Nachmittags, habe ich auf Eure Ankunfts[nachricht?] gewartet, liebe Kinder! u. da noch nichts gekommen ist, so muß ich noch schnell ein Lebenszeichen geben. — Rebeck[a] geht es ganz in der Ordnung, auch mit dem Nähren; die [abgeschmackten?] Ärzte laßen sie aber an jedem der 10 letzten [Tage?] hungern; seit 2 Tagen hat sie Morgens u. Abends nichts als Wassersuppen bekommen u. fühlt sich natürlich bei dieser Nahrungslosigkeit, wo sie noch eine Beute abgeben soll, sehr erschöpft. Ich bin gestern auch die [Erste?], die nach langer Konsultation [herausgeschickten?]; sie müßte keine [Cocoletten?] essen. Herr [Stoenge?] [großer Herr?] sogar erlaubt, wie mir die [Hand?] sagt, beim Nähren sogleich Branntwein und Zucker. [Schlag?] eum [trans?] satis! aber sie haben ihrem [Vater?] per disgrazia!
Luise läßt Euch sagen, daß sie 2 billets u. Brief an H. [Wüstand?] hat, in denen er eine Konferenz auf morgen dringend angesagt; [Wüstenstein?] soll ihm um die H. abhalten. Brief mich Montag nach Köln, die auch dem [Bracke?] [Schreiben?] zu sollen.
[Hauter?] [Selig?] u. golden Cécile, vorgestern Abend erhielt ich Deinen Brief mit Anzeige der angekommenen Kisten. Wohl hatte ich, daß die [Bräsche?] die junge Hausfrau [erweisen?] würde; [zur?] [eurigen?] sie mit Geschwindheit, sagen die [Federn?]. Inzwischen wird mir gegen alle details guten. Tausend Grüße allen; die lieben [Wodingens?] u. [unleserlich] [Bergsdorf?] nicht zu vergessen. — [Brad?] Ludwig läßt euer den Neugeborenen sein entrée dans le monde, d.h. zu mir in den Park machen. Er sieht alle Tage menschlicher aus. [unleserlich], wie ich noch [seinerzeit?] [unleserlich] u. in einigen Wochen zu erwarten!
[Adresse, Rückseite:] Wohlgeborenen Herrn Felix [oder?] Cecile Mendelssohn Bartholdy zur [Lochsschen?] Hofbuchhandlung in Leipzig. [Poststempel:] BERLIN 14/10 5-6
Berlin 14 Oktober 1837 Grüßte [Töchterchen?] u. [Sohnsied?]: Geſchenkt, vorſteht ſich. Bis jetzt, 4 Uhr Nachmittags, habe ich auch Bericht über Euer Antunfts [gewartet?], liebes Kinder! u. da noch nichts gekommen iſt, ſo muß ich noch ſchnell ein Lebenszeichen geben. — Rebeka, geht es ganz in der Ordnung, auch mit dem Nähren; die abgeſchmackten Aerzte laßen ſie aber an [jeed?] de la lettre [hun?]gern; ſeit 3 Tagen hat ſie Morgens u. Abends nichts als Waſſerſuppen bekommen u. fühlt ſich natürlich bei dieſer Nahrungsloſigkeit, wo ſie noch [dem?] [Knirfs?] abgeben ſoll, ſehr [erſchöpft?]. Ich bin nicht [müßend?] auch die Eſel, die nach langer [Konſultation?] [unfähig?] [herausſchütteln?] ſie [müßte?] keine [Karotten?] eſſen. Der [ſtrenge?] [große?] Herr ſogar [erlaubt?], wie mir die Hard ſagt, dem Nähren ſogleich Trambier mit Zucker. Was kann [grano?] [satis?]! aber ſie haben Ihn doch [per disgrazia?]!
Luiſe läßt Euch ſagen, daß ſie 2 billets v. Bſach an H. [aufstand?] hat, in denen er eine Konferenz auf morgen dringend ange[hat?]; lobensſtein ſoll ſie an [ſie?] H. erhalten. Bſach reiſt Montag nach Köln, die auch dem Krankt Schwester zu folgen.
Außer dehr es gehet Cécile, vorgeſtern Abend erhielt ich Deinen Bericht mit Anzeige der angekommenen [Kiſten?]. Wohl [ſteht?] ich, daß die Vſaiſchen die junge Hausfrau umwerben werden; gar, ergibt ſie mit Gerechtigkeit, ſagen die Andern. Demnächſt wirſt mir Ihnen alle details geben. Tauſend Grüße aktor; die lieben Vſokingers v. unus Vagebaur nicht zu vergeßen. — Erad ſentzig laßt aber den Neuingebornen ſeinen entrée dans le monde, d. h. zu mir in den Park machen. Er heißt alle Tage manchſterer aus. Eil Bross, wie ich mit Sangiſche v. d. in einigen Zimden zu erwarte!
[Adresse / Rückseite:] Monsieur Hensel ([?]) Maler [?] zur Anhaltsche Hofſchau [?] Leipzig [Poststempel: BERLIN 14/10 5-6]
Berlin 14 Oktober 1837 Größtes [Pesthühnchen?] u. [Hänsel?] [Pfennke?], nachstehende Zeit.
Bis jetzt, 4 Uhr Nachmittags, habe ich auch vergebens über Euer Ankunfts gewartet, liebsten Kinder! u. da noch nichts gekommen ist, so muß ich noch schnell ein Lebenszeichen geben. — Rebecka geht es ganz in der Ordnung, auch mit dem Nähren; die abgeschmackten Ärzte laßen sie aber an [jedem?] der 10 letzten [Tage?] hungern; seit 3 Tagen hat sie Morgens u. Abends nichts als Wassersuppen bekommen u. fühlt sich natürlich bei dieser Nahrungslosigkeit, wo sie noch dem Kinde abgeben soll, sehr erschöpft. Ich bin [zugleich?] auch die [Erste?], die nach langer Konsultation [Lärm?] herausschüttelten; sie müßte Eure [Carlotte?] reden. Der [Stange?] großer Herr sogar erlaubt, wie mir die Hand sagt, dem Nähren sogleich Branntwein mit Zucker. [Vestas?] cum grano salis! aber sie haben [Urin?] [Datz?] per disgrazia!
Luise läßt Euch sagen, daß sie 2 billets v. [Schack?] an H. [Wüsthand?] hat, in denen er eine Konferenz auch nochmal dringend angesagt; Lichtenstein soll ihn um sein [H. abhalten?]. [Schack?] reist Montag nach Köln, da auch dem [Kranken?] [Schmerz?] zu [holen?].
[Aniter?] [Schig?] u. guten Cécile, vorgestern Abend erhielt ich Euren Brief mit Anzeige der angekommenen Kisten. [Wohl?] hofft ich, daß die Wäsche die junge Hausfrau [umnisten?] würde; zur, [eutzte?] sie mit [Gerinckheit?], sagen die Zeilen. [Sonnchen?] wird mir schon alle details geben. Tausend Grüße allen; die lieben [Wirthinger?] u. uns Vegschen nicht zu vergessen. — [Drad?] Ludwig läßt aber den Neugeborenen seine entrée dans le monde, d. h. zu mir in den Park machen. Er grüßt alle [Tage?] [manschtuhr?] aus.
[unleserlich] froh, wie ich nicht [unleserlich] [u.?] [u.?] in einigen Worten zu [erwarten?]!
[Adresse Rückseite:] Wohlgeborner Herr Cap. M. Hensel [Bartholdy?] zu [hauptstuhler?] Logier bei [Stein?] Leipzig [Poststempel: BERLIN 14/10 5–6]
Registrieren Sie sich kostenlos und öffnen Sie Ihre eigene Kopie des Mendelssohn-Lernarchivs — mit Volltextsuche, Personenregister, Zeittafel und einem Chat, der auf Basis aller Briefe antwortet. 15 Credits sind dafür reserviert, unabhängig von Ihrem eigenen Archiv.
Kostenlos registrieren →