Familienchronik-Vorlage für Word: Gliederung, Steckbrief und Beispielkapitel

Eine kostenlose Word-Vorlage für die Familienchronik: gegliedert nach Generationen, mit Steckbriefen, Dokumentenseiten, Zeittafel, Quellenverzeichnis und einem ausgefüllten Beispielkapitel.

Von Christian Gasche
Familienchronik-Vorlage für Word: Gliederung, Steckbrief und Beispielkapitel

Ein leeres Dokument ist der schwerste Anfang

Die Fotos sind gescannt, die Briefe liegen sortiert auf dem Tisch, die Tante hat drei Stunden lang erzählt. Dann öffnet man Word, und vor einem steht eine weiße Seite mit blinkendem Cursor. Wo fängt eine Familienchronik an? Beim ältesten Vorfahren, bei den Großeltern, beim eigenen Namen?

Eine Vorlage nimmt diese Entscheidung nicht ab, aber sie macht sie kleiner. Wer ein Gerüst vor sich hat, muss nur noch Felder füllen und Kapitel schreiben, nicht zugleich die Architektur erfinden.

Kostenlose Word-Vorlage: Familienchronik-Vorlage herunterladen (.docx, 16 Seiten). Die Datei öffnet sich in Word, LibreOffice und Pages, ohne Anmeldung und ohne Makros.

Was in der Vorlage steht

Die Vorlage ist nach Generationen gegliedert, weil diese Gliederung Lücken am besten verzeiht: Ein dünnes Kapitel über die Urgroßeltern stört nicht, wenn das über die Großeltern dafür ausführlich wird. Sie beginnt mit einem Deckblatt, einer Seite zur Benutzung und einem Inhaltsverzeichnis, das sich aus den Überschriften selbst aufbaut. Danach folgen ein Vorwort, ein Kapitel zum Familiennamen und eine Stammtafel als Übersicht über vier Generationen.

Den Kern bilden drei Generationen-Kapitel mit identischem Aufbau: Steckbriefe der Personen, Lebensgeschichte und Dokumente. Ein Kapitel zu den Orten der Familie und vier Anhänge schließen das Buch ab: eine Zeittafel, eine Liste offener Fragen, ein Quellenverzeichnis und ein Personenregister. Am Ende steht ein durchgearbeitetes Beispielkapitel.

Eine Vorlage nimmt die Entscheidung nicht ab, wo die Chronik anfängt. Aber sie macht sie kleiner.

Grauer, kursiver Text ist in der ganzen Datei ein Hinweis zum Ausfüllen und kann gelöscht werden. Text in eckigen Klammern wird durch eigene Angaben ersetzt.

Der Steckbrief: 13 Felder pro Person

Jede Person bekommt einen Steckbrief in Tabellenform. Er enthält Foto, Name mit Geburtsname, Geburt, Taufe, Heirat, Kinder, Berufe mit Jahreszahlen, Wohnorte, Konfession, Tod und Grab. Zwei Felder sind für Chroniken wichtiger als für Stammbäume.

Das erste heißt „In drei Sätzen". Dort steht, wie dieser Mensch war oder was man sich über ihn erzählt: dass der Großvater sonntags nie ohne Hut aus dem Haus ging, dass die Großmutter jeden Brief mit demselben Bibelvers schloss. Solche Sätze kann kein Kirchenbuch liefern, und sie sind es, die Enkel später zitieren.

Das zweite Feld heißt „Quellen". Dort stehen die Nummern der Dokumente, auf denen die Angaben beruhen, etwa Q3 und Q7. Das kostet beim Ausfüllen eine halbe Minute und erspart späteren Lesern die Frage, woher ein Geburtsdatum eigentlich stammt.

Dokumente mit Transkription daneben

Für jedes wichtige Dokument enthält die Vorlage eine zweispaltige Tabelle: links das Bild des Originals, rechts die Transkription, darunter die Quelle. Diese Darstellung ist bei alten Briefen und Urkunden fast zwingend. Wer nach 1935 geboren ist, hat Kurrent oder Sütterlin in aller Regel nicht mehr in der Schule gelernt, und ein Faksimile ohne Übertragung bleibt für diese Leser Dekoration.

Unsichere Lesungen werden in eckige Klammern mit Fragezeichen gesetzt, also etwa „Anna [Keller?]". Das ist eine verbreitete Konvention in Editionen und hält ehrlich fest, was man nicht sicher entziffern konnte. Wer die Transkription nicht selbst anfertigen will, kann die Scans in Transkriber hochladen; die Software erkennt Kurrent und Sütterlin, markiert unsichere Stellen und liefert den Text, der in die rechte Spalte gehört. Namen und Daten sollte man trotzdem am Original gegenlesen, denn dort irrt eine KI am ehesten, wie der Ratgeber Wie zuverlässig liest KI Sütterlin? zeigt.

Das Beispielkapitel: Anna und Wilhelm Keller

Ein ausgefülltes Kapitel zeigt mehr als jede Anleitung. Die Vorlage enthält deshalb ein Beispiel über das erfundene Ehepaar Anna und Wilhelm Keller, Weberfamilie aus Schlesien, ab 1923 in Bochum. Alle Personen und Dokumente darin sind ausgedacht; das ist in der Datei deutlich vermerkt.

Das Beispiel zeigt drei Dinge, an denen Chroniken häufig scheitern. Erstens die Trennung von Beleg und Vermutung: Dass Wilhelm 1902 seine Stelle als Kattunweber aufgab, steht in einem Brief; warum die Familie 1923 ins Ruhrgebiet zog, ist nur mündlich überliefert und wird so gekennzeichnet. Zweitens den Umgang mit Widersprüchen: Das Kirchenbuch nennt 1871 als Geburtsjahr, ein Brief von 1935 ergibt 1868. Beides steht im Kapitel, und die Frage wandert in den Anhang „Offene Fragen". Drittens die Quellenangabe nach jedem Absatz, die das Kapitel überprüfbar macht.

Was belegt ist, wird erzählt. Was vermutet wird, wird als Vermutung gekennzeichnet.

Die Anhänge: wo eine Chronik überprüfbar wird

Die Zeittafel stellt Familienereignisse neben das Zeitgeschehen. Ein Umzug im Jahr 1923 liest sich anders, wenn daneben Inflation und Ruhrbesetzung stehen. Das Quellenverzeichnis gibt jedem Dokument eine Nummer und hält fest, wo das Original liegt. Originale wandern in Familien schneller, als man denkt, und nach zwanzig Jahren weiß sonst niemand mehr, welcher Cousin das Familienstammbuch hat.

Der Anhang „Offene Fragen, Widersprüche, Lücken" ist der ungewöhnlichste Teil der Vorlage. Er sammelt, was nicht geklärt ist: ein fehlender Taufeintrag, zwei abweichende Geburtsjahre, die Jahre, aus denen kein einziger Brief erhalten ist. Spätere Leser finden dort den Anfang für eigene Recherchen. Möglicherweise ist er in 30 Jahren der meistgelesene Teil des Buchs.

Andere Gliederungen

Die Gliederung nach Generationen passt für die meisten Familien, aber nicht für alle. Sind väterliche und mütterliche Linie beide gut dokumentiert, lohnt eine Trennung nach Familienzweigen. Gibt es vor allem Material zu einem Ehepaar, etwa einen großen Briefwechsel, kann man dieses Paar in die Mitte stellen und von dort zurück und nach vorn erzählen. Die Vorlage lässt sich dafür umbauen: Die Kapitelüberschriften sind Formatvorlagen, und das Inhaltsverzeichnis folgt jeder Änderung, sobald man es mit der rechten Maustaste über „Felder aktualisieren" neu aufbaut.

Wie man vom Karton bis zum fertigen Buch vorgeht, also mit Quellensuche, Digitalisierung, Schreiben, Gestaltung und Druck, beschreibt der Ratgeber Familienchronik erstellen in sieben Schritten.

Von der Vorlage zum Buch

Die ausgefüllte Datei lässt sich als PDF speichern und bei einem Book-on-Demand-Anbieter drucken, schon ab einem Exemplar. Vor dem Export sollten alle grauen Hinweise gelöscht, die Bilder in 300 dpi eingefügt und das Inhaltsverzeichnis ein letztes Mal aktualisiert werden. Ein Probeexemplar, das zwei Familienmitglieder gegenlesen, findet erfahrungsgemäß mehr Fehler als jede Bildschirmkorrektur. Bei lebenden Personen gilt: Fotos, Krankheiten oder Familienkonflikte gehören nur mit deren Einverständnis ins Buch; Einzelheiten stehen im Ratgeber Familienarchiv und Datenschutz.

Wer die Chronik lieber digital teilt, statt sie zu drucken, kann das erschlossene Archiv in Transkriber über einen Link für die Familie freigeben, mit Personenregister, Zeittafel und Volltextsuche. Eine Hilfe für die Recherche nach fehlenden Daten bieten das Kirchenbuchportal Archion und die genealogischen Vereine, die die DAGV vermittelt. Für Standesamtsdaten gelten die Fristen des Personenstandsgesetzes, nach denen ältere Register in Stadt- und Kreisarchiven liegen.

Die erste Seite der Vorlage heißt „So benutzen Sie diese Vorlage". Sie ist die einzige, die am Ende gelöscht werden soll.

Kurz zusammengefasst: Die kostenlose Familienchronik-Vorlage von Transkriber ist eine Word-Datei mit 16 Seiten, gegliedert nach Generationen. Sie enthält einen Steckbrief mit 13 Feldern pro Person, zweispaltige Dokumentenseiten für Original und Transkription, eine Zeittafel, ein Quellenverzeichnis mit Fundort der Originale, eine Liste offener Fragen und ein ausgefülltes, erfundenes Beispielkapitel.

Häufige Fragen

Ist die Familienchronik-Vorlage kostenlos?

Ja. Die Word-Datei lässt sich ohne Anmeldung herunterladen und frei verwenden. Sie enthält keine Makros und öffnet sich in Word, LibreOffice und Pages.

Wie ist die Vorlage gegliedert?

Nach Generationen: Vorwort, Kapitel zum Familiennamen, Stammtafel, je ein Kapitel pro Generation mit Steckbriefen, Lebensgeschichte und Dokumenten, ein Kapitel zu den Wohnorten und vier Anhänge (Zeittafel, offene Fragen, Quellenverzeichnis, Personenregister).

Gibt es ein Beispiel für eine fertige Familienchronik?

Die Vorlage enthält ein ausgefülltes Beispielkapitel über ein erfundenes Ehepaar mit Steckbrief, Lebensgeschichte, Quellenangaben, einem offenen Widerspruch und einer Dokumentenseite mit Transkription.

Wie kommen alte Briefe in Kurrent oder Sütterlin in die Chronik?

Als Bild mit der Transkription daneben. Die Transkription kann man selbst anfertigen oder mit einer KI wie Transkriber erstellen und anschließend Namen und Daten am Original gegenlesen.

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Christian Gasche
Christian Gasche

Journalist, Digitalentwickler und Gründer von Transkriber.de. Zur Autorenseite →

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